Das Gedenken an den Nationalsozialismus soll die Erinnerung an die Opfer wach halten und die Bezwinger ehren. Vor allem aber soll durch das Wachhalten der Erinnerung an die einmaligen Verbrechen der Deutschen eine Wiederholung verhindert werden.
An die deutschen Verbrechen zu erinnern, aus der Geschichte gelernt zu haben, dazu beizutragen, dass nichts ähnliches mehr sich wiederhole, ja gar ein Beispiel zu sein für andere Länder, wie man mit »schwieriger Geschichte« umzugehen habe, das beansprucht die staatliche und offizielle Erinnerungspolitik Deutschlands mit ihren Denkmaleinweihungen, Ausstellungen und Gedenkfeiern auch für sich.
Doch was ist dieses Gedenken wert, in einem Land, das 68 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz weiterhin versucht die Entschädigung von Opfern auf internationaler Ebene zu verhindern, während es über seine eigenen Grenzen hinaus Renten für die mörderischen Dienste der Täter zahlt?
Was ist das Erinnern wert, wenn in der Stadt Potsdam die Shoah seit Jahren in den Kontext des "Totalitarismus" gestellt, und somit relativiert wird?
Die Sprecherin des Vorbereitungskreises der Veranstaltungsreihe Marina Baumgaertner teilt dazu mit: "Wir werden uns nicht an gemeinsamen Veranstaltungen mit der Stadtpolitik beteiligen, solange diese die Zeit von 1933 bis 1989 als 'ein totalitäres Zeitalter' betrachtet. Wir werden versuchen einen eigenen, emanzipatorischen Umgang mit dem Gedenken an die Auschwitz-Befreiung zu finden und laden am 27. Januar zu der jährlichen Gedenkveranstaltung auf dem Platz der Einheit um 18 Uhr ein."
Weitere Informationen zu den beteiligten Gruppen und zu den Veranstaltungen sind auf auschwitz-gedenken-potsdam.tk zu finden.
Die Veranstaltungen:
»Wie wollen wir zukünftig Gedenkpolitik gestalten?«
13.1. – 19 Uhr • Freiland Café
»Antitotalitarismus und Gedenken in Potsdam«
15.01. – 19 Uhr • KUZE
Infoveranstaltung zu jüdischem Widerstand in der NS-Zeit
16.1. – 20 Uhr • Spartacus
»Hafner‘s Paradies« (Film)
18.1. – 19 Uhr • Café 11line
Führung KZ Sachsenhausen
19.1. – 14 Uhr • Treffpunkt Hbf. 12 Uhr
»Kaltland. Eine Sammlung« (Lesung)
19.1. – 19 Uhr • Sputnik
Führung durch das Jüdische Museum
22.1. – 18 Uhr • Treffpunkt Hbf. 16.30 Uhr
»Deutsche Machtpolitik in Europa und Entschädigungsverweigerung«
(angefragt) 24.1. – 19 Uhr • KUZE
Zentrale Gedenkkundgebung
27.1. – 18 Uhr • Platz der Einheit
An diesem Tag wollen wir am Platz der Einheit und anschließend am Bassinplatz an die Befreiung von Auschwitz erinnern.